Hokkaidos ältestes Fest „Ubagami Daijingu Togyosai“ findet am 9. August statt! Parade prächtiger Festwagen
Das am 9. August in Esashi stattfindende Ubagami Togyosai ist Hokkaidos ältestes Fest mit 380 Jahren Tradition des Heringsfang-Danks, 13 prächtigen Festwagen und Gion-Hayashi-Musik.
Historischer Hintergrund des Ubagami-Fests und die „Orii-Legende“
Die Entstehung des Heringsfangs und die Gründung von Ubagami Daijingu sind mit einer geheimnisvollen Legende über eine alte Frau namens „Orii“ verknüpft. Die in diesem Land lebende Orii-baasan besaß die Fähigkeit, göttliche Eingebungen zu empfangen. Eines Tages erhielt sie von einem alten Mann auf der Insel Kamome eine kleine Flasche mit den Worten: „Wenn du diese ins Meer wirfst, wird der Hering kommen.“ Als sie dem Rat folgte, war das Meer am nächsten Morgen voller Heringe. Die Flasche aus dieser Legende ist im Meeresboden bei Kamome versteinert und als „Heishi-Fels“ bekannt. Die Hütte von Orii bildet den Ursprung des Ubagami-Schreins.
Das Fest hat eine 380-jährige Geschichte und geht auf die Kanei-Ära (1624–1644) zurück. Damals war Esashi ein führender Handelshafen für Kitamaebune-Schiffe am Japanischen Meer, und der Reichtum durch den Heringsfang was unermesslich. Fischer und Kaufleute dankten dem Schrein für sichere Fahrten und reiche Fänge. Das als Hokkaidos materielles Volkskulturgut und Hokkaido-Erbe eingetragene Fest bewahrt die prächtigen Bräuche der frühen Showa-Zeit.
Geschichte und Glaube von Hokkaidos ältestem Schrein „Ubagami Daijingu“
Ubagami Daijingu wurde 1216 oder früher gegründet und ist einer der ältesten Schreine Hokkaidos. Für die Bewohner war der Schrein der oberste Schutzpatron der Seefahrt. Beim Togyosai ziehen die Gottheiten einmal im Jahr in tragbaren Schreinen (Mikoshi) durch die Stadt – ein Fest, für das die Bürger das ganze Jahr über planen.
Die Kitamaebune-Handelsschiffe und die Kultur aus Kyoto
Die Kultur von Esashi ist eng mit der Region Kansai verbunden. Die Kitamaebune-Schiffe brachten im 18. und 19. Jahrhundert die feine Kamigata-Kultur aus Kyoto und Osaka direkt in den Norden Japans, wo sie sich mit den lokalen Riten verband.
Dies zeigt sich an den Festwagen, die mit kostbaren Nishijin-Stoffen und Goldfäden geschmückt sind. Auch die Hayashi-Musik nutzt Shamisen-Lauten, was ihr eine besondere Eleganz verleiht. Das Fest ist somit die Blüte der Kyotoer Gion-Kultur im kühlen Norden.
Die 13 prächtigen Festwagen „Yama“ und ihr kultureller Wert
Mittelpunkt des Festes sind die 13 Festwagen, hier „Yama“ genannt. Die Parade besteht aus dem schiffsförmigen Wagen „Matsuho-maru“ und 12 kunstvollen Wagen, die historische Krieger und mythische Figuren tragen, welche von berühmten Bildhauern geschnitzt wurden.
| Wagenname | Lesung | Merkmale und Motive |
|---|---|---|
| Matsuho-maru | まつほうまる | Schiffsförmiger Wagen. Symbol für reiche Fänge und sichere Fahrten. |
| Ebisu-yama | えびすやま | Gewidmet dem Glücksgott Ebisu. Betet für geschäftlichen Erfolg. |
| Jinko-zan | じんこうざん | Gewidmet Kaiserin Jingu. Mit prachtvollen Nishijin-Gewändern geschmückt. |
| Genji-yama | げんじやま | Zeigt Minamoto no Yoshitsune. Ein junger und würdevoller Krieger. |
| Giko-zan | ぎこうざん | Gewidmet Tokugawa Mitsukuni. Steht für Weisheit und Tugend. |
| Shobu-zan | しょうぶざん | Gewidmet einem tapferen General. Heroischer Schmuck. |
| Shinei-zan | しんえいざん | Betet für Wohlstand im neuen Zeitalter. Harmonische Schnitzereien. |
| Hoei-zan | ほうえいざん | Betet für reiche Ernten und Frieden. Funkelnde Verzierungen. |
| Masamune-yama | まさむねやま | Gewidmet Date Masamune. Schwarz lackierter Helm mit Mondsichel. |
| Homare-yama | ほまれやま | Betet für nationale Ehre und Wohlstand. Kriegerfigur. |
| Nanko-zan | なんこうざん | Gewidmet Kusunoki Masashige. Erinnert an die Tugend der Loyalität. |
| Kyufuku-zan | きゅうふくさん | Bedeutet „Suche nach Glück“. Mit vielen Glückssymbolen verziert. |
| Seisho-zan | せいしょうざん | Gewidmet Kato Kiyomasa. Zeigt die legendäre Tigerjagd. |
Jeder Wagen ist eng mit der Geschichte seines Viertels verknüpft. Das jährliche Herrichten und Ziehen der Wagen ist der größte Stolz der Bürger von Esashi.
Die Weitergabe der Hayashi-Musik: Das akustische Gedächtnis
Die Esashi-Hayashi-Musik mischt Flöten, Trommeln und Shamisen. Ab Juni proben die Kinder in den Vierteln intensiv.
Es gibt keine Noten, die Vermittlung erfolgt rein mündlich und durch körperliche Erinnerung. Durch diese Tradition bleibt die Gemeinschaft eng verbunden.
Kontrast: Das stille Esashi Oiwake und das dynamische Togyosai
Während das Klagelied „Esashi Oiwake“ die Einsamkeit der Siedler im Norden ausdrückt, steht das Togyosai für reine, vitale Energie. Esashi gewinnt durch diese Dualität an Tiefe.
Die kräftigen Rufe der Träger und das Trommeln verströmen reine Lebenskraft. Diese Gegensätzlichkeit zieht Reisende magisch an.
Der dreitägige Festablauf und Höhepunkt
Das Fest findet jedes Jahr am 9., 10. und 11. August statt.
【9. August】Yoimiya und freies Ziehen der Wagen
Das Fest beginnt mit der Weihung der Wagen. Abends entzünden die Bürger Laternen, die die alten Straßen in ein magisches Licht tauchen.
【10. August】Hauptfest - Unterstadt-Parade
Die 13 Wagen ziehen tagsüber durch die Unterstadt. Das Blattgold der Wagen glänzt in der Sommersonne, während Zuschauer den Rhythmus anfeuern.
【11. August】Oberstadt-Parade und „Yadoiri-no-Gi“-Ritual
Am Finaltag ziehen die Wagen durch die Oberstadt. Den Höhepunkt bildet das „Yadoiri-no-Gi“-Ritual nachts am Schrein. Träger stürmen die Treppe im Fackelschein empor, während alle Wagen das Tateyama-bayashi spielen.
Vergleich mit anderen Festen: Einzigartiger Charakter
Im Gegensatz zu anderen Festen im Norden verbindet das Togyosai die maritime Volksgläubigkeit mit der eleganten Ästhetik des Kyotoer Gion-Festes, vermittelt durch die Handelsschifffahrt.
Es ist ein **Fest zur Wahrung des Glaubens und der Gemeinschaft**, was seine unveränderte Überlieferung seit 380 Jahren begründet.
Herausforderungen und Zukunft
Trotz des Bevölkerungsrückgangs bleibt die Begeisterung ungebrochen. Auswärts lebende Jugendliche kehren im August zurück, um an den Wagen zu ziehen. Dies stärkt das Heimatbewusstsein.
Epilog: Das ewige Feuer der Geschichte
Das Fest 2026 zeigte eindrucksvoll die Lebendigkeit dieser Tradition. Die Erinnerung an die Schifffahrt und Musik wird weiterhin auf Hokkaido gedeihen.