Der Hitachi Seaside Park in Hitachinaka (Präfektur Ibaraki) feiert seinen strahlenden Herbsthöhepunkt: Das Event „Kommen, Sehen, Fühlen: Kochia-Karneval 2026“ findet vom Freitag, 18. September bis Dienstag, 3. November 2026 (Feiertag) statt. Während die fluffigen grünen Kochia-Büsche im September sommerliche Frische verströmen, erreicht der Zauber ab Mitte Oktober seinen feierlichen Höhepunkt: Der weite Miharashi-Hügel erstrahlt unter klarem Herbsthimmel in tiefem Purpurrot und eröffnet die spektakulärste Aussichtssaison des Jahres.
Das Jahr 2026 steht im Zeichen eines bedeutenden Meilensteins: dem 20. Jubiläum der Kochia-Pflanzung seit den ersten Versuchen im Herbst 2005. Vom zarten Limettengrün des Frühsommers über malerische Farbverläufe im Frühherbst bis zum leuchtenden Scharlachrot im Vollherbst verändert sich die Szenerie täglich. Hinter diesem Panoramawunder steht die ergreifende Geschichte eines einstigen Bombenabwurfplatzes, der in ein weltweites Symbol des Friedens verwandelt wurde – getragen von der Hingabe der Gärtner, die rund 40.000 Setzlinge von Hand pflegen.
[Kochia-Karneval 2026 im Hitachi Seaside Park – Übersicht]
- Veranstaltungsname: Kommen, Sehen, Fühlen: Kochia-Karneval 2026
- Zeitraum: Freitag, 18. September 2026 bis Dienstag, 3. November 2026 (Feiertag) *Täglich geöffnet
- Öffnungszeiten: 09:30 – 17:00 Uhr (Früherer Einlass je nach Wetter und Andrang möglich)
- Beste Aussichtszeit: Scharlachrote Hochphase ca. 10. bis 20. Oktober; ab Ende Oktober warme Bernsteintöne
- Ort: Hitachi Seaside Park, Miharashi-Hügel & Miharashi-Dorf (605-4 Onuma, Mawatari, Hitachinaka, Ibaraki)
- Eintritt (Saisontarif 9. Okt. – 3. Nov.): Erwachsene (ab Oberschule) 800 Yen, Senioren (ab 65) 560 Yen, Kinder bis Mittelschule frei
- Regulärer Eintritt: Erwachsene 450 Yen, Senioren 210 Yen, Kinder frei
- Parkgebühr: PKW 600 Yen/Tag (Der West-Parkplatz liegt dem Miharashi-Hügel am nächsten)
Wunder der scharlachroten Erde! Höhepunkte des Kochia-Karnevals 2026#
Der Miharashi-Hügel ist mit rund 58 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung von Hitachinaka. Beim Aufstieg in der frischen Meeresbrise des Pazifiks eröffnet sich ein atemberaubendes Meer aus rund 40.000 Kochia-Büschen. Die roten, samtigen Wellen, die vom Hügelfuß bis zum Horizont wogen, ziehen Besucher aus aller Welt in ihren Bann.
Das Highlight des Jahres 2026 ist das neue Pflanzkonzept anlässlich des 20-jährigen Jubiläums. Die Pflanzflächen wurden nahtlos von den Hängen des Miharashi-Hügels bis hinunter zum traditionellen Bauerndorf „Miharashi no Sato“ erweitert (früher wuchs dort meines Wissens Buchweizen). Dieser rote Teppich erstreckt sich nun harmonisch vom ländlichen Tal bis zur Hügelkuppe und verleiht der Aussicht eine nie dagewesene räumliche Tiefe.
Ein weiterer Reiz der Kochia liegt in ihrem faszinierenden Farbwechsel. Auf das sommerliche Grün folgt Ende September ein feines Erröten der Triebspitzen, das ein Mosaik aus Grün und Rot bildet. Mitte Oktober brennt der Hügel in feurigem Karmesinrot, bevor er sich ab Ende Oktober im Schein der Nachmittagssonne in warmes Goldbraun hüllt (Ghibli-Fans würden hier gewiss mit den Worten „Hinabsteigen auf das goldene Feld!“ fotografieren). Zu jedem Zeitpunkt erleben Sie ein einzigartiges Naturkunstwerk.
Am Fuße des Hügels verzaubern herbstliche Begleitblumen das Auge: Rund 2,7 Millionen goldgelbe und orangefarbene Schwefel-Kosmeen, zarte Garten-Kosmeen in Weiß und Rosa sowie blühende weiße Buchweizenfelder umrahmen das Areal. Der Kontrast zwischen roter Kochia, goldenen Blumen und strahlend blauem Himmel gleicht einem lebendigen Gemälde.
Vom Militärgelände zum Friedenssymbol! Die bewegte Geschichte des Hügels#
Wo heute fröhliche Besucher flanieren und farbenprächtige Blumen bewundern, war das Land einst von den Narben des Krieges gezeichnet.
Im Jahr 1938 (Showa 13) errichtete die kaiserliche japanische Armee hier den Militärflugplatz Mito (Mito-Ost) als Ausbildungszentrum für Militärpiloten, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs schweren Angriffen ausgesetzt war. 1946 (Showa 21) beschlagnahmten die US-Streitkräfte das Areal und wandelten es in den Bombenabwurfplatz Mito um.
Während des Kalten Krieges donnerten täglich Kampfflugzeuge über das Gelände, um Ziel- und Bombenabwürfe zu trainieren. Lärm, Erschütterungen und die ständige Gefahr von Fehlschüssen versetzten die Nachbarschaft über Jahrzehnte in Angst und Schrecken. Aus diesem Leid erwuchs eine engagierte Bürgerbewegung, die den Abzug der Streitkräfte und die Rückgabe des Landes forderte, um endlich in Frieden leben zu können.
Nach einem halben Jahrhundert des Kampfes wurde der Schießplatz am 15. März 1973 (Showa 48) vollständig an Japan zurückgegeben. Die Bevölkerung schwor sich: „Dieses von Bomben gezeichnete Land soll nie wieder dem Krieg dienen, sondern ein Ort des Friedens und der Freude werden.“ Mit einem Kabinettsbeschluss begann die Entstehung des heutigen Nationalparks.
Der Miharashi-Hügel ist selbst ein Monument des Friedens. Auf den einst von Trichtern zerfurchten Küstendünen wurden über rund 25 Jahre! hinweg etwa 200.000 LKW-Ladungen Erdreich aus öffentlichen Bauprojekten aufgeschüttet. So entstand dieser 58 Meter hohe Hügel – ein lebendiges Denkmal für Versöhnung, Natur und Zuversicht.
Handwerkskunst und Bürgergeist! 40.000 Setzlinge mit Herzblut gepflegt#

Obwohl die Kochia heute ebenso berühmt ist wie die blaue Nemophila im Frühjahr, begann ihr Anbau erst spät in der Parkgeschichte. Wegen der dichten Schwarzkiefernwälder fehlte es dem Park an farbenfroher Herbstlaube. Um den Besuchern den Zauber der goldenen Jahreszeit nahezubringen, entschied sich das Parkteam für die Kochia.
Im Herbst 2005 startete ein erster Versuch mit lediglich 4.500 Setzlingen am Osthang. In sandigem Küstenboden, geplagt von salziger Gischt und Trockenheit, erprobten die Gärtner organische Düngemethoden und Bodenverbesserungen. Der Erfolg mündete 2007 in 50.000 Pflanzen und führt nun zum 20-jährigen Jubiläum im Jahr 2026.
Das Geheimnis dieses Panoramas liegt in aufwendiger Handarbeit statt Maschinenkraft. Im Frühsommer zwischen Juni und Juli wird der Boden gepflügt. Bemerkenswert ist, dass sämtliche 40.000 Kochia-Setzlinge einzeln von Hand durch Gärtner, Ehrenamtliche und Schulkinder gepflanzt werden.
Führungsschnüre im Abstand von 70 Zentimetern stellen sicher, dass die Pflanzen harmonische Wellenlinien bilden. Dass die Kochia ihre vollendete Kugelform annimmt, liegt nicht an einem manuellen Formschnitt, sondern an einer exklusiven Züchtung, die eigens für den Park entwickelt wurde. Beim Setzen messen die Pflänzchen gerade einmal 15 cm. Da Kochia extrem trockenheitsresistent ist, wird nach dem ersten Angießen auf weitere Bewässerung verzichtet, damit kräftige Tiefenwurzeln entstehen. Im Hochsommer jäten die Helfer Unkraut und sichern die Pflanzen gegen Taifune. Die bis zu einem Meter hohen grünen Kugeln im Herbst sind die Frucht herausragender Botanik und liebevoller Zuwendung.
※Das Foto zeigt die Kochia von vor einigen Jahren bei herrlichstem Kaiserwetter – einfach fantastisch!
Drei Herbstwunder im Kanto-Vergleich: Kochia, Rote Spinnenlilie und Kosmee#
Der japanische Herbst lockt mit farbenprächtigen Blütenteppichen. In der Region Kanto begeistern drei berühmte Reiseziele: die Kochia im Hitachi Seaside Park, die Rote Spinnenlilie (Manjushage) in Kinchakuda (Hidaka, Saitama) und die Kosmeen im Showa Kinen Park (Tachikawa, Tokio).
| Kriterium | Hitachi Seaside Park (Kochia) |
Kinchakuda-Park (Spinnenlilie) |
Showa Kinen Park (Kosmeen) |
|---|---|---|---|
| Standort | Hitachinaka, Ibaraki | Hidaka, Saitama | Tachikawa / Akishima, Tokio |
| Hauptpflanze | Kochia (Bassia scoparia) | Rote Spinnenlilie (Lycoris) | Kosmeen & Schwefel-Kosmeen |
| Umfang / Anzahl | Ca. 50.000 Pflanzen (~2,0 ha) | Ca. 5.000.000 Blüten (~5,3 ha) | Ca. 4.000.000 Blüten (3 Felder) |
| Beste Blütezeit | Mitte Oktober (Grün, Rot, Gold) | Mitte Sept. – Anfang Okt. | Ende Sept. – Ende Okt. |
| Topografie & Tiefe | ★★★★★ (58m-Hügel mit Meerblick) |
★★★☆☆ (Flache Uferhaine am Koma-Fluss) |
★★★★☆ (Weite Wiesen und sanfte Hügel) |
| Farbstimmung | Karmesinroter Teppich & Gold | Mystisches Scharlachrot im Wald | Zartes Rosa, Weiß und Gelb |
| Hauptattraktion | Kugelige 3D-Form & Farbwechsel | Filigrane Blüten am Flussufer | Erstklassige Anbindung an Tokio |
Jedes dieser Ziele hat seinen unverwechselbaren Charakter. Kinchakudas 5 Millionen Spinnenlilien entlang des Koma-Flusses (über die Kuro-usagi auf diesem Blog bereits berichtet hat, haha!) zaubern eine mystische Stimmung ins Halbdunkel der Bäume. Der Showa Kinen Park begeistert Familien durch Weitläufigkeit und schnelle Erreichbarkeit aus Tokio.
Die Kochia im Hitachi Seaside Park besticht dagegen durch ihre unvergleichliche Dreidimensionalität. Auf den sanften Wogen des Hügels vor dem Blau des Himmels ändert sich die Perspektive mit jedem Schritt. Jeder einzelne Busch wirkt wie eine samtige Skulptur in einem wogenden roten Ozean.
Herbstgenüsse in Ibaraki! Kochia-Desserts und regionale Spezialitäten#
Nach dem Rundgang über den Hügel laden die Parkcafés zu herbstlichen Köstlichkeiten ein, die ganz im Zeichen der Kochia stehen.
Der absolute Liebling ist das Marukoro Kochia Softeis. Die fluffige Form der Büsche wird durch erfrischendes Erdbeereis nachempfunden, verziert mit knusprigen traditionellen Oiri-Kügelchen für einen bunten Fotogenuss.
Zahlreiche Desserts würdigen regionale Spezialitäten: Das Lakeside Cafe serviert Hitachi Süßkartoffel-Softeis mit echten kandierten Süßkartoffelstücken auf cremiger Sahne. Probieren Sie auch die Ibaraki Andes-Melonen-Brause (Ibaraki ist Japans Melonenanbaugebiet Nr. 1) und warmen Süßkartoffel-Baumkuchen.
Außerhalb des Parks lohnt ein Abstecher zum Fischmarkt Nakaminato (10 Min. mit dem Auto) mit frischen Pazifikaustern und herbstlichem Bonito. Regionale Steaks vom Hitachi Wagyu-Rind und Stände mit sonnengetrockneten Süßkartoffeln (Hoshi-Imo) runden die Genussreise ab.
※Fährt man ein Stück weiter südlich, gelangt man zum Fischmarkt von Oarai, wo Kuro-usagi ebenfalls gerne einkauft, auch wenn es etwas weiter entfernt liegt.
Besucher-Guide: Anreise und entspannte Besichtigung#
Zu Spitzenzeiten besuchen hunderttausende Gäste den Park. Gute Vorbereitung sorgt für einen reibungslosen Ausflug.
[Wichtige Tipps für Ihren Besuch]
- Parkplatzwahl: Der West-Parkplatz am West-Tor liegt dem Miharashi-Hügel am nächsten und erspart weite Fußwege.
- Beste Besuchszeit: Der größte Andrang herrscht zwischen 11:00 und 14:00 Uhr. Besuchen Sie den Park direkt zur Öffnung um 09:30 Uhr oder nach 15:00 Uhr im goldenen Abendlicht.
- Fortbewegung im Park: Das Areal ist 46-mal so groß wie der Tokyo Dome. Nutzen Sie den Seaside Train (Tagespass) oder Leihräder für eine bequeme Tour.
- Schuhwerk: Der Miharashi-Hügel hat sanfte Steigungen. Bequeme Turnschuhe werden dringend empfohlen.
Mit der Bahn reisen Sie am besten über den JR-Bahnhof Katsuta (Joban-Linie) an. Vom Ostausgang fahren dichte Shuttlebusse in etwa 15 Minuten direkt zum West-Tor. An herbstlichen Wochenenden setzt JR East direkte Sonder-Expresszüge (wie den „Zekkei Aka-Kochia“) ab Tokio ein.
Mit dem Auto erreichen Sie den Park über die Autobahn Kitakanto und die Ausfahrt Hitachi Seaside Park IC. An Oktoberwochenenden empfiehlt sich wegen möglicher Staus eine frühe Anreise oder das Ausweichen auf die Ausfahrt Hitachinaka IC.
[Offizielle Quellen]#
- Offizielle Website des Hitachi Seaside Park
- Hitachi Seaside Park: Blumenführer – Kochia
- Offizieller Reiseführer Ibaraki: Kochia-Spezial im Hitachi Seaside Park