[Erfahrungsbericht Teil 2] Drei Monate mit dem Stein: Der Täter war Kaffee auf leeren Magen – was machen Milch-Taktik und Hüpf-Taktik?
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[Erfahrungsbericht Teil 2] Drei Monate mit dem Stein: Der Täter war Kaffee auf leeren Magen – was machen Milch-Taktik und Hüpf-Taktik?

Dritter Monat mit einem 6–8-mm-Kalziumoxalatstein. Der Täter? Kaffee auf leeren Magen. Gegen einen Stein, der in einem Monat nur 2 cm wanderte: Morgenmilch, Hüpfen und Massage.


Drei Monate seit meinem letzten Artikel ([Erfahrungsbericht] Ich habe einen Harnstein lol). Der Stein ist immer noch drin lol. Heute: der Zwischenbericht — was die Untersuchungen ergeben haben und welche Taktiken gerade laufen. (Rein persönlicher Bericht. Behandlungsfragen bitte mit dem Arzt klären!)

Diagnose: unser Kleiner (der Stein) ist ein Kalziumoxalatstein

Die Untersuchung hat es bestätigt: Mein Kleiner (der Stein) ist ein Kalziumoxalatstein. Kurze Auffrischung der wichtigsten Typen:

Typ

Anteil

Merkmale

Kalziumoxalatstein

ca. 80 %

Der mit Abstand häufigste. Zackige Oberfläche, bleibt gern im Harnleiter stecken.

Kalziumphosphatstein

ca. 10 %

Entsteht leicht, wenn der Urin alkalisch wird.

Harnsäurestein

ca. 5–10 %

Entsteht bei saurem Urin. Zu viele Purine können eine Ursache sein.

Natürlich musste es ausgerechnet der häufigste UND zackigste, am liebsten steckenbleibende Typ sein. Kein Wunder, dass er nicht rauskommt.

Auf die Frage, ob mir eine Ursache einfalle, traf es mich — meine Gewohnheit, das Frühstück ausfallen zu lassen und morgens nur Kaffee zu trinken. In Teil 1 schrieb ich noch „Milch in den Kaffee" — dabei war ich selbst das Negativbeispiel. Ich habe Oxalat in einen völlig leeren Darm gekippt, ohne ein Gramm Kalzium zum Binden, also marschierte das Oxalat direkt in den Urin.

Monat 1: magere 2 cm gewandert lol — Operation Hüpfen beginnt

Zum Glück ist mein Stein einer, der auf Röntgenbildern sichtbar ist: Die Erstdiagnose brauchte noch ein MRT, aber seither reicht bei jeder Kontrolle ein Röntgenbild. Meine Untersuchungskosten haben sich mehr als halbiert. Und das Ergebnis des ersten Monats: „etwa 2 cm nach unten gewandert". …2 cm? Wann soll das Ding bei dem Tempo je herauskommen? Also habe ich einen aufgeschnappten Tipp zur Tagesroutine gemacht: Hüpfen auf der Stelle. Die Schwerkraft soll den Stein nach unten schütteln. Von außen betrachtet bin ich der komische Typ, der auf der Stelle herumhopst — aber Not kennt kein Gebot.

„Bier hilft", heißt es — aber ich trinke doch längst Bier

Den Spruch kennt jeder: „Trink Bier, dann flutscht der Stein raus." Die Logik: harntreibende Wirkung, mehr Urin — aber Moment, ich trinke doch sowieso regelmäßig Bier. Ich habe den Stein BEIM Biertrinken bekommen, bei mir war da also nichts mit Vorbeugung. Dazu dehydriert Alkohol auch noch, man solle sich nicht darauf verlassen, heißt es. Ehrlich: Viel Wasser trinken wirkt wie die sicherere Nummer.

Operation Milch: ein Glas gleich nach dem Aufstehen

Stattdessen habe ich Folgendes angefangen: „Direkt nach dem Aufwachen ein Glas Milch." Die Logik dahinter ist ziemlich clever.

Das Kalzium der Milch fängt das Oxalat schon im Darm ab, bevor es in den Urin gelangen kann. Bindet Oxalat im Darm an Kalzium, wird daraus ein „Mini-Kalziumoxalatstein", der nicht mehr aufgenommen werden kann — und einfach mit dem Stuhl abgeht. Man entschärft es im Darm, bevor es im Harntrakt zum echten Stein werden kann.

An Tagen ohne Frühstück nehme ich jetzt also immer Milch oder ein Kalziumpräparat. Das exakte Gegenteil von „schwarzer Kaffee auf leeren Magen".

Monat 3: er rutscht langsam runter. Das Hüpfen ist womöglich egal

Bei der Kontrolle im dritten Monat war der Stein weiter unten als zuvor. Ehrlich gesagt ist das Tempo aber ungefähr dasselbe wie vor dem Hüpfen, also bringt das Hüpfen womöglich gar nichts (als Bewegung ist es trotzdem okay, ich mache weiter).

Einen echten Erfolg gab es aber: Der Stein ist nicht gewachsen. Das könnte die Milch-Taktik sein. Zumindest füttere ich ihn nicht mehr.

Der etwas gruselige Teil: Niere und Harnleiter sind geschwollen

Die Untersuchung zeigte: Weil der Stein alles aufstaut, ist der Harnleiter von der Niere bis zum Stein geschwollen. Der Ultraschall (Echo) ergab, die Schwellung sei „größer als zuvor, aber noch nicht problematisch".

Entschuldigung, genau DAS macht einem doch Sorgen? „Ist größer geworden" und „kein Problem" bitte nicht im selben Satz. Aber die Werte liegen wohl im Beobachtungsbereich, also vertraue ich dem Arzt und bleibe dran.

Neue Taktik: Massage bei jedem Toilettengang

Neuerdings massiere ich bei jedem Toilettengang leicht die Stelle, wo der Stein sitzt. Die Laientheorie: Genau dann anstupsen, wenn der Urin fließt — vielleicht bewegt er sich. Fühlt sich jedenfalls gezielter an als Hüpfen. Ich freue mich auf die nächste Kontrolle.

Fazit: meine aktuelle Routine

  • Ein Glas Milch direkt nach dem Aufstehen (an frühstücksfreien Tagen Kalziumpräparat)
  • Kaffee nur noch mit Milch
  • Ordentlich Wasser trinken
  • Hüpfen auf der Stelle (Wirkung unklar lol)
  • Massage bei jedem Toilettengang (neue Taktik)

Ich freue mich auf den Tag, an dem ich „Der Stein ist draußen!" melden kann. An alle Mit-Steinträger: Haltet durch, wir schaffen das.

* Dieser Artikel ist ein persönlicher Bericht, keine medizinische Beratung. Bei starken Schmerzen, Fieber oder Blut im Urin sofort zum Urologen. Auch Eigenmaßnahmen wie Massagen bitte vorher mit dem Arzt besprechen.